Famulatur

Das Pharmaziestudium bietet den Studenten neben einem Stapel Theorie natürlich auch eine Vielzahl an Praktika. Warum? – Natürlich um die Erfahrung neben dem Wissensstand nach vorne zu bringen. Nicht umsonst nimmt man alles auf sich, um gerade nicht nach vier Jahren als Fachidiot in den Alltag entlassen zu werden. Dann würde man nämlich feststellen müssen, dass man mit noch so viel Wissen ohne Erfahrungen nichts anfangen kann.

 

Die Famulatur ist eure Praxis außerhalb der Uni. Hier nun ein kleiner Leitfaden mit einigen Infos rund um die Famulatur:

 

  1. Was ist die Famulatur? Im Grunde ist sie nichts weiter als ein 8-wöchiges Praktikum, das von der Approbationsordnung für Apotheker festgeschrieben ist und den Studenten erste Einblicke in die späteren Tätigkeitsbereiche liefern kann.
  2. Wie lange und wann ist sie abzuleisten? Insgesamt müssen 8 Wochen abgeleistet werden, die von dem Apotheker, unter dem ihr die Zeit verbringt, bescheinigt werden müssen. Diese 8 Wochen, genauer 28 Tage, können auch in zweimal 4 Wochen gesplittet werden, um sich besser an das Studium anzupassen. Zeitlich müsst ihr die Famulatur selbst planen, jedoch ist es sinnvoll jeweils einen Monat in die vorlesungsfreie Zeit nach dem ersten und dem zweiten Semester zu legen, da man die Famulatur für die Zulassung zum ersten Staatsexamen benötigt und meist nach dem dritten Semester noch Uni-Praktika im Plan hat. Ihr habt keinen Anspruch auf Urlaub und arbeitet ganztägig.
  3. Wo? Es gibt eine Vielzahl an Anlaufstellen, an denen man sich als Famulant bewerben kann: Krankenhausapotheken, pharmazeutische Industrie, Bundeswehr und natürlich dieöffentlichen Apotheken. Es ist für alle Pflicht mindestens 4 Wochen in einer öffentlichen Apotheke gewesen zu sein, die keine Zweigapotheke ist. Ansonsten ist es nur wichtig, dass es sich bei dem Vorgesetzten um einen Apotheker handelt.
  4. Was kann man alles lernen? Hauptsächlich den Ablauf hinter den Kulissen. Es soll euch etwas Erfahrung und einen Einblick in die Arbeit eines Pharmazeuten geben. Zu den diversen Aufgaben, die der Famulant kennenlernen wird, zählen beispielsweise: Die Arbeit im Warenlager, die Rezeptur, die Dokumentation (unter anderem bei Protokollen und der Qualitätssicherung). Meist lernt man auch den ersten Kundenkontakt kennen.
  5. Was nimmt man mit? Neben einer Fülle von neuen Eindrücken: Lust auf mehr und einen Einblick in Organisation, Abläufe, Rechtsvorschriften und die Fachsprache bekommt man auch eine Bescheinigung für die Tätigkeit als Famulant (Vorlage vom BPhD nach Approbationsordnung).

 

Sonstiges: Die PTAs unter euch Studierenden haben einen Vorteil: Sie müssen die Famulatur nicht ableisten. PKAs und auch alle anderen ohne weitere Erfahrung nutzen diese 8 Wochen, um ihre Erfahrung qualitativ und quantitativ aufzustocken.

– Rabea M.

Beim BPhD findet ihr auch einen Famulaturleitfaden, der von der Landesapothekerkammer Thüringen und dem BPhD erarbeitet wurde.

P. S.: Wenn ihr euch die Bescheinigung ausstellen lasst, achtet darauf, dass es wirklich vier (oder acht) volle Wochen sind. Also auch wenn ihr am Samstag und Sonntag nicht arbeitet, sollten die beiden Tage bei dem Zeitraum mit angegeben werden.